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EM Herning Bericht TV über Hannah Ludwig

Bericht Trierischer Volksfreund vom 10. August 2017 von Holger Teusch

Radsport: Ludwig wird Fünfte im EM-Einzelzeitfahren

Die 17-jährige Hannah Ludwig vom RSC Stahlross Wittlich belegte bei der Straßen-Europameisterschaft im dänischen Herning den fünften Platz im Einzelzeitfahren der U-19-Juniorinnen. Foto: privat  Foto: Holger Teusch (teu) („TV-Upload Teusch“)

10.08.2017  (Herning/Traben-Trarbach) Herning/Traben-Trarbach (teu) Hannah Ludwig durfte auf dem heißen Stuhl Platz nehmen. Nicht dem einer Diskussionssendung eines privaten Fernsehsenders, sondern auf dem für die Führende im Einzelzeitfahren bei den Straßen-Radsport-Europameisterschaften vergangene Woche im dänischen Herning.

„Ich saß etwa fünf Minuten auf dem heißen Stuhl“, berichtet die 17-Jährige vom RSC Stahlross Wittlich. So lange führte Hannah Ludwig die Rangliste beim Rennen der U-19-Junioren an.

Die Nachwuchssportlerin aus Traben-Trarbach hatte die 18 Kilometer auf einem kurvigen Kurs in 26:07,05 Minuten zurückgelegt. Der Schnitt: knapp 42 Stundenkilometer. Nach fünf Minuten verbesserte die Italienerin Elena Pirrone die Bestzeit auf 25:18,83 Minuten. Hannah Ludwig musste auf den Stuhl der Zweitplatzierten wechseln. „Ich war lange Zeit Zweite, aber ganz zum Schluss kamen noch drei, die schneller waren“, berichtet sie. Pirrones Landsfrau Letizia Paternoster (25:27,80), die Dänin Emma Jørgensen (25:30,44) und die Luxemburgerin Anne-Sophie Harsch (26:00,46) schoben sich noch an Ludwig vorbei.

Fünfter Platz, nachdem sie lange auf einem Medaillenrang lag. Enttäuscht? „Nein, die Bundestrainerin hatte gehofft, dass ich es unter die besten zehn schaffe. Und ich war Schnellste des jüngeren U-19-Jahrgangs“, sagt Ludwig. Deshalb könne sie mit dem Resultat gut leben.

Nicht so zufrieden war die deutsche U-19-Vizemeisterin dagegen mit dem EM-Straßenrennen über 60 Kilometer. „In der ersten Runde ist fast das halbe Feld gestürzt“, berichtet sie. Oft habe sie es um sich herum krachen gehört. „Bei jedem Sturz habe ich nur gedacht: Bitte niemand von uns“, sagt Ludwig, wie sie um ihre Teamkolleginnen bangte. Mit dem Fahren im engen Feld waren wohl einige der 87 Starterinnen (von denen 79 das Ziel erreichten) überfordert. Hinzu kamen zwei heftige Regenschauer und nasse Straßen. Am Ende kam Ludwig nach 1:32,34 Stunden als zweitbeste Deutsche mit der zweiten Verfolgergruppe 13 Sekunden hinter Siegerin Lorena Wiebes aus den Niederlanden ins Ziel.

Zurück an der Mosel freut sich Ludwig wieder auf das gemeinsame Training mit den Vereinskollegen von Stahlross Wittlich und dem Camphausen-Radtreff in Traben-Trarbach-Wolf. „Ich war so viel weg in diesem Jahr, da lernt man die gemeinsamen Ausfahrten schätzen“, sagt Ludwig. Auf den fast täglich anstehenden 100 Kilometer langen Touren hat sie nun viel zu erzählen.